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Die Stadt

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Homepage der Stadt Marburg

Marburgs Geschichte:

Stadt der Heiligen Elisabeth / Universitätsstadt / Romantische Bergstadt an der Lahn / Oberzentrum in Mittelhessen / Einkaufsstadt und Fernverkehrsort

Stichworte wie Aufklebeschildchen. Wo soll man da anfangen? Mit Bemerkenswertem? Mit Zahlen? Vielleicht ist es am besten, bei einer alten Stadt mit der Geschichte zu beginnen und mit einem Zitat von einem aus der Reihe der Marburger Professoren, die in den letzten 460 Jahren in Marburg erst lernten und später lehrten.

“Die alte, von jeher durch den letzten Aufenthalt, Tod und Begräbnis der heiligen Landgräfin Elisabeth von Hessen berühmte Stadt, liegt krumm, schief und buckelig, unter einer alten Burg, den Berg hinab”, so urteilte vor rund 200 Jahren der Marburger Professor Johann-Heinrich Jung-Stilling über die Stadt an der Lahn und rühmte gleichzeitig, daß die Umgebung der Stadt “schön und sehr angenehm” sei.

Durch Jahrhunderte hindurch nahezu unverändert in ihren wesentlichen Bestandteilen erhebt sich die Häuserkulisse der Altstadt über dem Lahntal. Diese Altstadt gibt Marburg das charakteristische Aussehen und beeindruckt immer wieder aufs Neue die Besucher.Marburg hat 1972 das 750jährige Stadtjubiläum gefeiert. Burg und Marktsiedlung sind jedoch viel älter, denn hier wurde schon um 1140 eine eigene Münze, der “Marburger Pfennig” geprägt.

Nach jüngsten Forschungen reichen die ersten Anfänge der Burganlage sogar bis ins 9./10. Jh. zurück. Große Bedeutung erhielt die Stadt aber erst, als Landgräfin Elisabeth von Thüringen Marburg 1228 als Witwensitz wählte. Sie baute ein Hospital, in dem sie sich bei der Pflege von Kranken und Gebrechlichen aufopferte. Obwohl sie bereits mit 24 Jahren starb (1231), gilt sie bis heute als die bedeutenste Persönlichkeit, die je in Marburg wirkte. Über ihre große Frömmigkeit werden viele Legenden erzählt. Schon 1235 wurde sie heilig gesprochen und der Deutsche Orden begann noch im gleichen Jahr, über ihrem Grab die Elisabethkirche zu erbauen, die zu den schönsten gotischen Bauten in Deutschland gehört. Pilger aus ganz Europa kamen zum Grab der Heiligen und trugen dazu bei, daß Marburg als Stadt aufblühte.

Zwischen 1248 und 1604 war Marburg - mit einigen Unterbrechungen - Residenz der Landgrafen von Hessen. Hier ließ 1248 Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth, sich und ihren dreijährigen Sohn Heinrich von den Marburger Bürgern huldigen und legte damit den Grundstein für das Land Hessen.

1527 in der Zeit der Reformation gründete Landgraf Philipp der Großmütige in Marburg die erste protestantische Universität, die seitdem für die Stadt der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und bis heute geblieben ist. Ihr verdankt Marburg seine Bedeutung, die immer dann stieg, wenn berühmte Professoren hier lehrten. Dazu gehörten z.B. der Erfinder der Dampfmaschine, Denis Papin, um 1690, der Jurist Friedrich Karl von Savigny um 1800 oder der Chemiker Robert Bunsen um 1850 und der Mediziner Emil von Behring um 1900. Hier studierten der russische Naturwissenschaftler und Schriftsteller Michail Lomonossow (1736-1739), der russische Dichter Boris Pasternak (1912-1914), der Spanier Jose Ortega y Gasset (1906-1907) sowie 1920 Gustav Heinemann, der 3. Bundespräsident (1969-1974).

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erlebte die Universität einen stürmischen Aufschwung, der auch ein schnelles Anwachsen der Stadt zur Folge hatte. Innerhalb weniger Jahre und Jahrzehnte verdreifachte sich die Zahl der Einwohner und verzehnfachte sich die Zahl der Studenten. Den zweiten Weltkrieg überstand Marburg fast unversehrt und nahm nach 1945 eine große Zahl von Flüchtlingen auf. Erst seit dieser Zeit gibt es hier eine größere Zahl kleinerer und mittlerer Industriebetriebe. Unverändert ist nach wie vor die Universität wichtigster Wirtschaftsfaktor in der Stadt mit über 7.300 Beschäftigten und etwa 17900 Studenten. Bei einer Einwohnerzahl von etwa 76.900 (ca. 70.300 mit Hauptwohnsitz u. ca. 6650 mit Nebenwohnsitz) bedeutet dies, daß etwa jeder dritte in direkter Beziehung zur Universität steht. Eine ähnliche Sozialstruktur hat in Deutschland wohl nur Tübingen. Das bringt aber auch zahlreiche Probleme mit sich, die nur mit finanzieller Hilfe des Landes und des Bundes zu lösen sind.

Marburg ist verwaltungsmäßig eine Stadt mit Sonderstatus und zugleich eines von drei Oberzentren in Mittelhessen sowie auch Mittelpunkt des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart gehören die Stärkung der Stadt als Einkaufszentrum und die Sanierung der historischen Altstadt und die Abstimmung des Individualverkehrs auf das wachsende Bedürfnis nach Verkehrsberuhigung und -reduzierung. Der Magistrat ist darum bemüht, die Freiräume für Fußgänger insbesondere in der Altstadt mehr und mehr zu erweitern in der Überzeugung, daß Fußgängerzonen und Verkehrsberuhigung die Stadt sowohl für die Bewohner als auch für Kunden zum Einkaufen und Bummeln attraktiv machen.

Das vor mehr als 20 Jahren entwickelte Konzept der Marburger Altstadtsanierung wurde konsequent verwirklicht und gilt in der Bundesrepublik - wie zahlreiche Preise und Auszeichnungen beweisen - als vorbildlich, da hier nicht wie anderswo historische Bausubstanz abgerissen, sondern sorgfältig renoviert wurde. Im Stadtbild ist dies durch die immer noch wachsende Zahl wiederhergestellter Fachwerkgebäude deutlich erkennbar. Die Bewahrung der Zeugnisse der Vergangenheit trägt mit dazu bei, daß Marburg zuversichtlich in die Zukunft blicken kann.